Was ist SaaS? 10 Fragen und Antworten zu Software-as-a-Service

Veröffentlicht am 11.10.2021 von Taylor Short und Rosalia Pavlakoudis

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Software-as-a-Service (SaaS) beziehungsweise cloudbasierte Software ist schon lange im Alltag angekommen. Mittlerweile wird Unternehmenssoftware jeglicher Art fast schon standardmäßig in der Cloud bereitgestellt und bis 2025 wird Cloud Computing den Markt für IT-Infrastruktur anführen.

Dieser Erfolg hat einen guten Grund: Per Webbrowser bereitgestellte Geschäftsanwendungen müssen nicht erst mühsam installiert werden, verbrauchen keinen Speicherplatz, bieten flexiblere Verträge und werden im Laufe der Nutzungszeit bezahlt statt als einzelne Großinvestition. Damit sind die Systeme üblicherweise erschwinglich und flexibel genug für jedes Budget.

Viele der Führungskräfte, mit denen wir bei Software Advice jeden Tag sprechen, haben jedoch noch Fragen zu SaaS und wollen wissen, ob und warum es eine gute Wahl für ihr Unternehmen sein könnte. In diesem Artikel beantworten wir die zehn Fragen, die uns in diesen Gesprächen am häufigsten gestellt wurden.

1. Was ist SaaS?

SaaS ist eine Methode der Softwarebereitstellung, bei der mit jedem Gerät mit Internetverbindung und einem Webbrowser auf Daten zugegriffen werden kann. Bei diesem webbasierten Modell ist der Softwareanbieter für Hosting und Wartung von Servern, Datenbanken und Anwendungscode verantwortlich.

 
Mittlerweile ist das cloudbasierte Modell so weit verbreitet, dass mehr als 60 % der Softwaresuchenden, die Software Advice kontaktieren, ausschließlich webbasierte Produkte wünschen. Nur weniger als 2 % fragen ausdrücklich nach On-Premises-Software.

Das herkömmliche On-Premises-Bereitstellungsmodell unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten von SaaS:

  • SaaS-Bereitstellungen erfordern keine umfangreiche Hardware. So können Käufer einen Großteil der IT-Verantwortlichkeiten outsourcen, die sonst für die interne Fehlerbehebung und Wartung der Software erforderlich wären.
  • SaaS-Systeme werden üblicherweise per Abonnementmodell bezahlt. Bei On-Premises-Software wird meist einmalig eine unbefristete Lizenz erworben und im Voraus bezahlt.

Zudem fallen bei On-Premises-Software bis zu 20 % jährlich an Wartungs- und Supportgebühren an. Die jährliche oder monatliche Abonnementgebühr für ein SaaS-System umfasst üblicherweise die Softwarelizenz, den Support und die meisten anderen Gebühren.

2. SaaS oder On-Premises: Wie treffe ich die Wahl?

Der erste Schritt zur Antwort auf diese Frage besteht darin, die Komplexität des eigenen Unternehmens zu ermitteln. Fragen wie die folgenden helfen zu erkennen, ob SaaS die beste Wahl ist:

  • Wie spezialisiert ist das Unternehmen im Vergleich zu anderen in der Branche?
  • Bieten handelsübliche Produkte die benötigten Funktionen?
  • Welcher Grad an benutzerdefinierter Anpassung der Software wird voraussichtlich benötigt?

Auch das Budget spielt eine Rolle. Mit einem SaaS-Abonnementmodell können Unternehmen mit kleineren Budgets die Gesamtbetriebskosten auf einen längeren Zeitraum verteilen, sodass auch kleine Unternehmen robuste, moderne Software nutzen können.

Heute muss man nicht mehr zwischen Flexibilität und Funktionsumfang wählen. Die meisten cloudbasierten Softwarelösungen bieten mittlerweile genau das gleiche Nutzungserlebnis wie eine lokale Installation.

Die größere Frage ist die des Dateneigentums. Beim allergrößten Teil der Anbieter befinden sich die Daten nach wie vor im Besitz des Endnutzers, aber dennoch ist es wichtig, den Servicevertrag genau durchzulesen, um zu wissen, wie die Daten verwendet werden.

Manche Branchen sind bei der Einführung von Cloud-Lösungen langsamer als andere (viele Produzenten setzen beispielsweise weiterhin auf traditionelle ERP-Installationen), aber wenn es um die Suche nach neuer Software geht, ist die Cloud der neue Standard.

3. Was ist die Geschichte von SaaS?

Jon McCarthy, ein renommierter Computerwissenschaftler, der für seine Arbeit auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz mit dem Turing Award ausgezeichnet wurde wurde, sagte 1961 in einer Rede vor MIT-Studierenden: „Computing may someday be organized as a public utility just as the telephone system is a public utility“ – Computersysteme könnten eines Tages genau wie das Telefonsystem als öffenliche Dienstleistung organisiert sein. In anderen Worten: Das Konzept des Cloud Computings begann mit der gemeinsamen Nutzung von Rechenleistungsressourcen.

Die Idee ist also nicht neu, doch die für SaaS notwendigen webbasierten Technologien waren erst in den späten 1990er Jahren ausgereift. Zu diesem Zeitpunkt begannen Unternehmen wie Salesforce – ein Unternehmen, das speziell für die Entwicklung von Cloud-Software gegründet wurde –, herkömmliche Unternehmenslösungen wie CRM-Software per SaaS-Modell anzubieten.

Weltweite Umsatzprognose für SaaS
Statistik mit Umsatzprognose für SaaS bis 2022 (Quelle)

Anfangs wurde SaaS in der Welt der Unternehmenssoftware nicht ernst genommen. Doch in den letzten zehn Jahren ist der Einsatz von SaaS rapide gestiegen, zumal einige Unternehmen für manche Zwecke erstmalig Software einsetzen. Cloud-Softwarelösungen verzeichnen ein deutlich schnelleres Wachstum als andere Bereiche der Cloud-Technologien, wie Platform-as-a-Service (PaaS) oder Infrastructure-as-a-Service (IaaS).

4. Ist SaaS-Software individuell anpassbar?

Ja! Moderne webbasierte Software ist flexibel und kann sowohl für bestimmte Geschäftszwecke als auch für einzelne Nutzer angepasst werden. Die Benutzeroberfläche (UI (= User Interface)) ist ebenso anpassbar wie bestimmte Bereiche wie Datenfelder, die bestimmen, welche Daten angezeigt werden. Außerdem können Funktionen oft nach Belieben aktiviert oder deaktiviert werden.

Häufig lässt sich der persönliche Arbeitsbereich, beispielsweise ein Dashboard oder eine Aufgabenliste, so anpassen, dass nur die gerade benötigten Informationen angezeigt werden und die Software für den eigenen individuellen Arbeitsstil optimiert wird.

Dashboard des Saas-Tools Asana
Viele cloudbasierte Systeme bieten individuell anpassbare Dashboards (hier: Asana)

Heutzutage können sowohl On-Premises- als auch SaaS-Systeme von Grund auf für jeden Kunden angepasst werden, doch den meisten Unternehmen bietet cloudbasierte Software weit mehr Flexibilität.

5. Wem gehören meine Daten in SaaS?

In den allermeisten Fällen gehören deine Daten auch bei Nutzung eines cloudbasierten Systems nur dir. Die meisten Service Level Agreements (SLAs) bestätigen, dass dein Unternehmen Eigentümer deiner Daten auf den Servern des Anbieters ist und du das Recht hast, die Daten vom System zu entfernen.

Die meisten SaaS-Verträge umfassen außerdem Sicherheitsvorkehrungen, die dafür sorgen, dass du auch dann noch auf deine Daten zugreifen kannst, wenn der Anbieter das Geschäft aufgibt (siehe unten).

Bei den meisten SaaS-Anbietern können die Daten jederzeit exportiert und lokal gesichert werden. Es kommt nur sehr selten vor, dass Anbieter darauf bestehen, das Eigentum an den Daten zu erhalten. Falls eine solche Klausel in einem Vertrag auftaucht, sollte er keinesfalls unterzeichnet werden. SLAs sind wichtige und komplexe Dokumente, die immer gemeinsam mit allen Stakeholdern genau geprüft werden sollten, bevor ein Kauf getätigt wird.

Neben dem Dateneigentum solltest du auch folgende Aspekte überprüfen:

  • Verantwortlichkeiten des Softwareanbieters für Support, Updates oder Sicherheit
  • Verantwortung des Kunden, den Anbieter zeitnah über Probleme zu informieren
  • Servicegarantien wie garantierte Betriebszeit und Möglichkeiten, auf schlechten Service zu reagieren

6. Sind meine Daten in der Cloud sicher?

Softwareanbieter wissen, dass ihre Kunden bezüglich der Sicherheit in der Cloud misstrauisch sind, und arbeiten hart daran, die Sicherheit ihrer Server zu beweisen. Viele SaaS-Anbieter nutzen extrem sichere öffentliche Cloud-Dienste zur Bereitstellung und Speicherung ihrer Software-Instanzen und Daten.

Bei den meisten Unternehmen sind intern gespeicherte Daten größeren Risiken ausgesetzt, da sie geringere Budgets für die IT-Sicherheit zur Verfügung haben und Mitarbeiter oder andere Personen unbeabsichtigt Sicherheitslücken verursachen könnten. Gartner prognostoziert, dass 2022 mindestens 95 % der Cloud-Sicherheitsausfälle vom Kunden verschuldet sein werden (Vollständiger Report in Englisch für Gartner-Kunden verfügbar).

Cloud-Sicherheit für ERP-Systeme wird noch immer heiß diskutiert, doch dies ist eines der letzten Softwaresegmente, bei denen ernsthafte Sicherheitsprobleme auftreten. Schwache Passwörter am Arbeitsplatz sind immer noch weit verbreitet und verursachen oft mehr Sicherheitsprobleme als Hacker.

Letztendlich ist die Datensicherheit unabhängig davon, ob ein Server sich neben dir oder in einer anderen Stadt befindet. SaaS-Anbieter können sehr viel mehr in Sicherheit, Backups und Wartung investieren als kleine oder mittelgroße Unternehmen.

7. Was, wenn mein Anbieter das Geschäft aufgibt?

Softwareanbieter kommen ständig neu auf den Markt und verschwinden wieder, ob durch Fusionen oder geschäftliche Misserfolge. Die Daten bleiben dir jedoch in der Regel erhalten.

Die meisten SaaS-Anbieter bezahlen die Unternehmen im Voraus, die ihre Rechenzentren hosten, damit die Daten auch dann abrufbar bleiben, wenn dem Anbieter etwas passiert.

Zu beachtende Punkte bei der Saas Anbieterwahl

Wichtig ist, dass in den SLAs explizit festgehalten ist, dass die Daten vom Anbieter exportiert werden können. Dies ist heute der Standard. Die Klausel sollte auch beinhalten, wie oft und in welchem Format die Daten abrufbar sind. Häufig ist auch vereinbart, dass der Anbieter gegen eine angemessene Gebühr bei der Datenmigration behilflich ist.

8. Welche Beschränkungen gibt es bezüglich Internetverbindung und Betriebssystemen?

Der größte Nachteil von SaaS besteht darin, dass sie auf eine gute Internetverbindung angewiesen ist. Sofern sich ein Unternehmen nicht an einem sehr abgelegenen Standort befindet, sollte die Verbindung jedoch mehr als ausreichend sein, um heutige SaaS-Systeme zu nutzen.

Viele halten On-Premises-Systeme für stabiler, doch kein System ist absolut immun gegen Ausfallzeiten. On-Premises-Software kann durch Stromausfälle, Hardwarefehler und andere Risiken ausfallen. Einige SaaS-Anbieter haben zur Sicherheit eine Offline-Funktion integriert, dank der man weiterarbeiten kann, auch wenn keine Internetverbindung besteht. Sobald wieder eine stabile Verbindung besteht, werden die Daten mit dem System synchronisiert.

Auch die Kompatibilität mit verschiedenen Betriebssystemen macht einigen Käufern Sorgen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass das Betriebssystem überhaupt eine Rolle spielt: Die meisten SaaS-Anwendungen werden per Webbrowser bereitgestellt und sind von jedem Betriebssystem aus nutzbar. Schlimmstenfalls muss ein anderer Webbrowser heruntergeladen werden, der am besten mit einem bestimmten SaaS-System funktioniert.

9. SaaS versus Cloud: Wo liegt der Unterschied?

Die Cloud bezeichnet eine Reihe unglaublich komplexer Infrastrukturtechnologien. Im Wesentlichen handelt es sich um Computer, Server und Datenbanken, die so miteinander verbunden sind, dass Nutzer den Zugriff auf ihre kombinierte Leistung mieten können. Die Rechenleistung ist skalierbar, sodass die erworbene Leistung flexibel erhöht oder verringert werden kann.

Dashboard von Domo, ein ausschließlich als SaaS verfügbares Business-Intelligence-Tool
Domo, ein ausschließlich als SaaS verfügbares und mit jedem Webbrowser nutzbares Business-Intelligence-Tool

Als „in der Cloud“ kann alles bezeichnet werden, was remote gehostet wird und über das Internet bereitgestellt wird. Alle Cloud-Programme laufen auf zugrunde liegender Software, doch der Begriff SaaS bezieht sich speziell auf Anwendungen, die über die Cloud bereitgestellt werden.

Angesichts der wachsenden Zugänglichkeit der Cloud ist es für Entwickler einfacher, schneller und kostengünstiger, Anwendungen als Software-as-a-Service bereitzustellen statt als traditionelle On-Premises-Software. Heutzutage ist Software für nahezu jeden wichtigen Geschäftsbereich als SaaS verfügbar, ob für das Personalwesen oder die Warenwirtschaft.

10. Was ist eine private Cloud?

Bei einer privaten Cloud wird die gesamte Infrastrukturtechnologie, die für den Betrieb einer öffentlichen Cloud nötig ist, On-Premises gespeichert. Nutzer können auch hier per Webbrowser auf ihre Daten zugreifen und alle Funktionen nutzen. Allerdings wird die Rechenleistung nicht öffentlich geteilt, sondern nur mit den Nutzern eines Unternehmens.

Anders als beim schnell wachsenden Public-Cloud-Modell brauchen Unternehmen bei der privaten Cloud eine IT-Abteilung, die sich um Wartung und Instandhaltung kümmert. Eine eigene private Cloud kann kostspielig sein und erfordert eine Investition in die Infrastruktur, die zum Aufbauen und Warten einer Cloud-Umgebung benötigt wird.

Private Clouds lohnen sich nur bei großen oder komplexen Projekten, die eine hohe Investitionsrendite erzeugen. Sie sind eine attraktive Option für große Unternehmen, die ihre Daten nicht in einer öffentlich zugänglichen Cloud speichern möchten.

Bereit für die Cloud? Die ersten Schritte

Geh diese häufig gestellten Fragen mit wichtigen Stakeholdern deines Unternehmens durch, um sicherzustellen, dass dein Unternehmen für Cloud-Software bereit ist. Wenn alle Beteiligten wissen, wie die Technologie funktioniert, könnt ihr die effektivste Bereitstellungsart für eure Anforderungen ermitteln.

Auf unseren SaaS-Produktseiten findest du unter anderem:

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Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel stammen aus Quellen, die wir als vertrauenswürdig beurteilen. Sie stellen keine Empfehlung von Software Advice dar.

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Über den Autor oder die Autorin

Content Analyst für GetApp und Software Advice. Absolventin der HHU Düsseldorf, wohnhaft in Barcelona. Am Wochenende findet man mich meistens am Strand oder beim Brunch.

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